Archiv | 30 Jahre Heimatverein Bonn-Oberkassel e.VZur Geschichte | Die Ausstellung | Exponate | Berichte an die Oberkasseler Zeitung
AllgemeinesAm Beginn eines neuen Jahrtausends feierte der Heimatverein Bonn-Oberkassel e.V. den 25. Jahrestag seiner Gründung. Aus diesem Anlass laden wir Sie herzlich ein, nicht nur auf die letzten 25 Jahre zurückzuschauen. Der Festakt am 17. Juni 2000 fand statt im Kath. Pfarrheim, Kastellstraße 21. Die Begrüßung sprach Willliy Hey, damals 1. Vorsitzender des Heimatvereins. Den Festvortrag hielt Dr. Manfred van Rey (Stadtarchivar) mit dem Titel " Oberkassel im Spiegel seiner Schriften". Mehr zu diesem Thema finden Sie unter dem folgenden Link | Die Ausstellung
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Geschichte des Oberkasseler WappensAus einem Schreiben des Oberkasseler Amtsbürgermeisters Walter Tersteegen vom 17. April 1935 an den Landrat in Siegburg: "Das Amt Oberkassel hat sich bezüglich Einführung eines neuen Amtswappen mit dem Staatsarchiv in Düsseldorf in Verbindung gesetzt. In dem Staatsarchiv wurde festgestellt, dass ein Schöffensiegel für die Orte Dollendorf im Jahre 1429 vorhanden war. Dieses Schöffensiegel stellte die Figur des hl. Laurentius, ein Rost und eine Palme in den Händen haltend, dar. Seitlich des Heiligen waren 2 Wappenschilde angebracht. Rechts der quadrierte Schild des Herren von Heinsberg, links das geschachte Schild von Sponheim Löwenburg. Auf Anraten des Staatsarchivs setzte ich mich mit dem Heraldiker Pagenstecher in Düsseldorf in Verbindung. Dieser hat auf Grund der oben aufgeführten Tatsache ein Wappen für das Amt Oberkassel .... entworfen. An der Stelle der Figur des hl. Laurentius ist ein Turm gesetzt worden, der ein altes römisches Kastell versinbilden soll. Es ist geschichtliche Tatsache, dass der Ort Oberkassel auf einem alten römischen Kastell erbaut worden ist. Beim Anfertigen von Gräben wurden alte Wasserleitungsrohre der ehemaligen römischen Festung in der Nähe der kath. Kirche und in der Kinkelstraße aufgefunden. Am unteren Ende ist durch einige Wellenlinien der Rhein dargestellt ..." Das Recht zur Führung des Gemeindewappens wurde am 6. August 1935 wunschgemäß erteilt. Bis zur kommunalen Neugliederung und der damit verbundenen Eingemeindung Oberkassels nach Bonn führte das Amt Oberkassel ein eng an das Gemeindewappen angelehntes Amtssiegel.
Heute finden wir das Oberkasseler Wappen z. B. im Wappen der J.-M.-J.-Junggesellen-Schützenbruderschaft, auf den Kappen der Karnevalsgesellschaft Kaasseler Jonge, dem der alten Pferdetränke auf dem Marktplatz nachempfundenen Brunnen vor der Sparkasse KölnBonn und natürlich auf den grün-weißen Fahnen, die insbesondere zur Oberkasseler Kirmes an vielen Häusern wehen. Schriftenreihe des Heimatvereins Bonn-Oberkassel
Altes Rathaus in Oberkassel: Sitz des HeimatvereinsText und Bilder folgen (in Bearbeitung). Der MärchenseeDer Märchensee in der Felsenschlucht oberhalb von Oberkassel hatte schon immer eine fast mystische Bedeutung für unseren Ort. Kurz vor der Eröffnung des Naturtheaters am Märchensee zu Pfingsten 1925 schrieb die Oberkasseler Zeitung:
Der zweite Bahnhof in OberkasselDer zweite
Bahnhof in Oberkassel war eigentlich nur eine Haltestelle der Siebengebirgsbahn.
Diese elektrische Straßenbahn verkehrte ab 1911 zunächst
nur einspurig zwischen Bonn und Oberdollendorf. Erst 1913 wurde die
Strecke bis Königswinter und schließlich 1925 bis Bad Honnef
verlängert. Bis in die sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts
fuhren die Wagen des abgebildeten Typs; im Berufsverkehr mit vier
Waggons, je ein Triebwagen vorne und hinten, zwei Anhänger dazwischen.
Vier Schaffner und ein Fahrer waren dafür nötig.
Die Fähre Oberkassel - PlittersdorfIm Jahre 1907 bekam Peter Hei die Erlaubnis zum Betrieb einer Fähre
mit dem Motorschiff „Anna" zwischen Oberkassel und Plittersdorf.
Für die wartenden Fahrgäste hatte die Gemeinde eine Wartehalle
gebaut. Peter Hei erhielt außerdem am 17.05.06 die Konzession
zu einer kleinen Restauration mit Ausschank von VA/ein, Bier und
alkoholfreien Getränken. Später ruhte wohl für einige
Zeit der Betrieb. Das St. Johannes-Krankenhaus OberkasselUnser Bild zeigt das „Johannis-Hospiz", Wilhelmstraße 87 (heute Adrianstraße). Viele Kinder wurden hier geboren, Kranke und Sterbende von den Schwestern gut umsorgt. Der Gedanke, in Oberkassel ein Krankenhaus zu errichten, stammt vom Pfarrer Johannes Frank. Zunächst mietete man Räume in der Cäcilienstraße 20 an, wo es bald sehr eng wurde. Man begann mit der Planung eines Neubaus, wozu der Erzbischof von Köln 1897 sein Einverständnis gab. 1902 wurde das Johannis-Hospiz bezogen von den damals tätigen barmherzigen Schwestern Martha, Agnes und Agatha. In den Neubau integriert waren eine Nähschule und ein Kindergarten. Letzterer wurde damals „Kinderbewahranstalt" genannt und befand sich im Souterrain, später in einem Nebengebäude. In der im ersten Stock straßenseitig eingerichteten Kapelle wurde im Juni 1905 die erste hl. Messe gefeiert. Später wurden Röntgenraum, Inhalatorium und Operationszimmer installiert. 1930 wurde ein nördlich benachbartes Wohnhaus hinzugekauft, das man „Villa" nannte und als Altersheim diente, (s.a. Willi Hey, Oberkassel im Spiegel alter Ansichtskarten, S. 33)
Das Kinkeldenkmal in Oberkassel ist 100 Jahre altBereits im Jahre 1904 erschien ein Aufruf zur Erstellung eines Denkmals für den 1815 in Oberkassel geborenen und 1882 verstorbenen Dichter, Politiker und Hochschullehrer Gottfried Kinkel. Der Aufruf war von 86 Persönlichkeiten, vorwiegend aus dem Rheinland unterzeichnet; darunter aus Oberkassel: Bürgermeister Schröter, Ernst Kalkuhl, l. G. Adrian, Ludwig Fromme, Julius Haletzki, H. J. Harffen, Alfred Hüser, Hugo Hüser, Dr. Klein. Dr. Reinermann u. and. In dem Aufruf wurde betont, daß die Ehrung dem Dichter und nicht dem Politiker gelten sollte. Auch Carl Schurz aus Amerika hatte sein Interesse an der Errichtung des Denkmals bekundet. In seinem Brief vom 21.11.1903 bittet er noch um nähere Einzelheiten. Dieser Brief befindet sich im Original im Archiv des Heimatvereins.
Firma Hüser & Co., BetonwerkDie
Fa. Hüser wurde am 01. April 1870 in Oberkassel gegründet
Damals kam der Kaufmann und Bauunternehmer Hartwig Hüser
von Hamm/Westf. nach hier und übernahm die kleine Werkstätte
der Fa. Sadee, in der Betonwerkstücke hergestellt wurden.
Hartwig Hüser war ein mit besonderen Fähigkeiten begabter
Mann, der schon früh die Möglichkeiten erkannte, die
durch den neuen Baustoff Beton geboten wurden. Er realisierte
die sogenannte industrielle Herstellung von Betonwaren für
die Kanalisation (Zementrohre) Neben der Oberkasseler Zementfabrik
wurde ein größeres Grundstück mit Sand- und
Kiesvorkommen erworben, das auch einen Bahnanschluß hatte.
Ein weiteres großes Grundstück an der Hauptstraße
in Oberkassel, neben der Bierbrauerei ermöglichte es, das
Fertigungsprogramm zu erweitem; so wurden jetzt auch Gehwegplatten
und Bordsteine hergesteift. Außerdem befanden sich in
Oberkassel die kaufmännische Verwaltung und die Reparaturwerkstätten. Alfred Erich EuchlerDer Heimatverein Oberkassel hat in seinem Sitzungsraum im Alten Rathaus in Oberkassel ein Ölgemälde hängen, das einen Blick von Oberdollendorf auf das Rheintal freigibt. Rechts im Bild ist die Oberkasseler Zementfabrik zu erkennen. Das schöne Bild ist signiert mit A. E. Euchler, Düsseldorf. - Wer war A. E. Euchler?
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Der erste SteinzeitmenschAus der Serie „Denkmäler - mehr als bloß Schmückwerk“ des Bonner Stadtmagazins SCHNÜSS – Nr. 02-2009 von Helena Baers Der erste Steinzeitmensch von Volker Eichler Vor 95 Jahren machten Arbeiter im Steinbruch Rabenley am Stingenberg in Ober-kassel eine historisch bedeutsame Entdeckung: Ein Grab mit zwei menschlichen Skeletten. Schnell stellte sich heraus, daß diese schon etwas länger dort lagen. Wie man heute weiß, ist das sogenannte „Doppelgrab von Oberkassel“ ungefähr 14.000 Jahre alt und damit ein einmaliger Beleg aus dieser Zeit. An den Fund erinnert ein steinerner Brunnen mit dem Eiszeitmenschen, der anfangs sogar als „Homo ober-casseliensis“ bezeichnet wurde. Zeitgleich mit dem Bau der Siedlung „Am Kriegers-graben“ wurde der Brunnen von Volker Eichler gestaltet und befindet sich seitdem in der Mitte eines Rondells in der Siedlung, umgeben von Sitzbänken Dabei hockt der Oberkasseler Mensch im Brunnen auf einem erlegten Bären. Als Wasserspeier dient dessen Maul. Historisch korrekt ist diese Statue al-lerdings nicht. Das liegt zum einen daran, daß der Fund 1953 noch auf 40.000 Jahre alt geschätzt wurde – und deshalb auf der Gedenktafel am Brunnen noch das falsche Datum prangt. Außerdem war der Mann in seinem Grab ja nicht alleine: Zusätz-lich zum Skelett des um die 50 Jahre alten Mannes ruhte auch eine Frau von Anfang 20 in der Begräbnisstätte. Der erste Oberkasseler Mensch hat wohl auch anders ausgesehen, als ihn Volker Eichler darstellt: Während dessen Eiszeitmensch nackt ist und mit einem sehr grobschlächtigem Ge-sicht ausgestattet ist, war der wirkliche nach heutigem Stand der Wissenschaft be-kleidet und wohl auch nicht mit so einem abstoßenden Äußeren ’gesegnet’. Dennoch, der damalige Mensch war ein Jäger und Sammler – und so ist das Jagd-Szenario durchaus realistisch. Im Grab wurden auch verschiedene Tierknochen und Tierzähne gefunden, unter anderem auch mehrere vom Braunbären. Daß die beiden Menschen aus der Eiszeit ausgerechnet in Oberkassel begraben wurden, ist purer Zufall. Damals zogen die Menschen umher und wechselten oft ihre Aufenthaltsorte. Für die Forschung besonders wichtig sind vor allem die anderen Stücke, die noch im Grab gefunden wurden: Zwei handgeschnitzte Knochen, nämlich eine Tierfigur und ein Stab mit einem geschnitzten Tierkopf, sind bisher einmalig. Auch das Skelett ei-nes Haushundes brachte der Wissenschaft neue Erkenntnisse; Schon in der letzten Eiszeit waren Hunde die besten Freunde des Menschen. Heute befinden sich die Knochen im Rheinischen Landesmuseum Bonn und sind allen interessierten Besu-chern zugänglich. Einige Ideen, dem Menschen von Oberkassel ein historisch kor-rektes Denkmal zu setzen, gibt es auch schon. |
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Hüsersche FabrikWer mit offenen Augen durch Oberkassel geht, findet am Haus Simonstraße 14/14a eine Inschrift mit der Geschichte des Hauses: „Hüsersche Fabrik Das in Massivbauweise mit Betonkappendecken vor 1870 errichtete Gebäude repräsentiert einen der ersten Hochbauten dieser Art. Hier erfolgte eine erste Herstellung von Betonwerkstücken für Gebäude durch August Sadée. 1870 Gründung der „Gesellschaft für Zement-Stein-Fabrikation Hüser & Cie“ als Beginn einer bedeutenden industriellen Fertigung von Betonwaren in Oberkassel. Infolge der Erweiterung des Fabrikationsprogramms wurde die Produktion ins nördliche Oberkassel verlegt. Um 1902 Erwerb des Gebäudes durch den Kölner Fabrikanten Julius Forster. Ausbau zum Reit- und Fahrstall mit Kutscher- und Gärtnerwohnung durch den Berliner Architekten und Geheimen Baurat Otto March. Dabei Verwendung von Fachwerkelementen im Tudorstil. Gestalterische Einbeziehung von Gebäude und Grundstück in den Park des Landhauses Forster. Entkernung und Sanierung zu einem modernen Wohngebäude unter Berücksichtigung der konstruktiven Stilelemente.“ In unserer Schrift „Oberkasseler Persönlichkeiten“ beschrieb Dr. Aenne Hansmann Leben und Wirken von Hartwig Hüser. Unser Mitglied Heidrun Schmidt-Adler berichtete über das Leben von Julius Forster und über seine Verbindung zu Otto March, dem Architekten der 1908 gebauten neuen Evangelischen Kirche. |
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August Sadée, ZementsteinfabrikantHelga Möller, geb. Sadée, Weilheim, Urenkelin von August Sadée berichtet: August Sadée, Zementsteinfabrikant in Oberkassel (* Köln 1821, + Bonn 1890) aus den Erinnerungen seines Sohnes Emil Sadée * Köln 1868, + Bad Godesberg 1945 Der Kaufmann August Sadée war nach seiner Heirat 1850 zuerst in Stettin tätig und zog dann nach Köln. Durch seinen Schwager Hermann Bleibtreu, den Erfinder des deutschen Portlandzementes und Gründer der beiden ersten deutschen Zementwerke in Züllchow bei Stettin und bei Oberkassel bekam er Interesse für den Zement. Die Firma Sadée und Poensgen stellte Platten und Röhren aus einer Mischung von Zement und Sand her. 1868 zog August Sadée nach Oberkassel und wurde Direktor der Aktiengesellschaft für Zementfabrikation: Bodenplatten, Röhren, Dachplatten. Bei den schweren Stücken, die hohen Druck aushalten mußten, wurde Basaltkleinschlag mit Zement vermischt. Das war lange vor der Erfindung des Franzosen Beton, nach dem das heute gebräuchliche Verfahren benannt ist. August Sadée war ein erfinderischer Kopf, aber von Natur kein Kaufmann. So gab es geschäftliche Schwierigkeiten. Der Aufsichtsrat stellte ihm einen kaufmännischen Direktor an die Seite, Hartwig Hüser. Sadée faßte das auf als einen Versuch, ihn zu verdrängen und trat 1875 aus. Er wurde krank. Vermutlich durch Vermittlung zweier Jugendfreunde bot er 1876 dem Kriegsministerium seine Erfindung der unter hohem Druck gepreßten Mischung von Zement und Kleinschlag zur Deckung bombensicherer Räume für die norddeutschen Festungen an. Bis dahin mußte mit hohen Frachtkosten Niedermendiger Lava bezogen werden. Für die Herstellung des Kleinschlags konnte man aber die massenhaft in Norddeutschland vorhandenen Findlingsblöcke benutzen und dann die Kunststeine an Ort und Stelle herstellen. Das Kriegsministerium ging auf seinen Vorschlag ein, und längere Zeit arbeitete Sadeé nun in Stettin, Spandau, Küstrin und Königsberg, indem er die Ingenieuroffiziere und Bautruppen in der Herstellung seiner Steine unterwies. Er erhielt dafür Tagegelder und später eine Summe von 5.000 Talern = 15.000 Reichsmark. Nach seiner Rückkehr gründete er in Oberkassel ein neues Geschäft, als Konkurrenzfirma zur weiter bestehenden Aktiengesellschaft. Diese hat sich übrigens später umgewandelt in die Firma Hüser und Co, deren technischer Leiter ein wissenschaftlich gebildeter Ingenieur Metzger wurde. Er und Hüsers Söhne haben das Geschäft zu hoher Blüte gebracht, besonders im Weltkrieg (Westbefestigungen). Erst die Inflationszeit brachte einen schweren Rückschlag. Geldgeber für August Sadées neues Unternehmen war der Steinbruchbesitzer Christian Uhrmacher aus Oberkassel. Die Benutzung fremden Geldes brachte Sadée in gefährliche Abhängigkeit; denn wenn bei zeitweiligem Mißerfolg der Teilhaber sein Geld zurückzog, drohte der Zusammenbruch. So kam es Anfang 1881: Das Geschäft wurde stillgelegt, und Uhrmacher ließ sogar, um Druck auf die Familie auszuüben, an deren Grundeigentum die Möbel pfänden. Die Pfändung konnte erst durch einen Prozeß aufgehoben werden, da die Ehefrau Antonie geb. Bleibtreu nachweisen konnte, daß kraft des Ehevertrags Gütertrennung bestand und die Einrichtung aus ihrer eigenen Aussteuer stammte. Wieder wurde August Sadée krank und zog im Frühjahr 1881 nach Bonn, wo er nach mehreren Schlaganfällen 68-jährig verstarb. Auf die Erfindungen von August Sadée (hier: Betonkappendecke) weist heute eine Tafel am Hause Simonstraße 14/14a in Oberkassel hin. |
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