30 Jahre Heimatverein Bonn-Oberkassel e.V Zur Geschichte | Die Ausstellung | Exponate | Berichte an die Oberkasseler Zeitung Dokumentation zur Ausstellung 24. Juni bis 26. Juni 2000
Der Oberkasseler Mensch Die Oberkasseler Menschen: Oben links die Nachbildungen zweier 14 000 Jahre alter Schädel.
Der dritte Schädel Das Rätsel von Oberkassel ist gelöst. Ein altes Foto von zwei Menschenschädeln und dem Stirnbein eines dritten hatte im Jahr 2003/04 in Oberkassel für große Diskussionen gesorgt. Es schien die Funde aus dem 1914 in Oberkassel entdeckten Doppelgrab aus der ausgehenden Eiszeit zu zeigen und den Hinweis auf eine dritte Bestattung zu geben. Nach der wissenschaftlichen Beschreibung waren dort aber nur ein alter Mann und eine junge Frau sowie ein Hund bestattet worden. Im Rheinischen Landesmuseum Bonn des Landschaftsverbandes Rheinland wurden nun von Dr. Michael Schmauder, Prof. Dr. Hans-Eckart Joachim und Prof. Dr. Wighart v. Koenigswald die beiden Originalschädeal aus dem Doppelgrab mit denen auf dem Foto genau verglichen. Gesichter erkennt man zumeist aufgrund des Schnittes der Augen, der Nasenform, der Wangen und der Lippen sicher wieder, beim Schädel ist das viel schwieriger. Deshalb werden in Kriminalfällen meist Besonderheiten im Gebiss, etwa die Plomben, herangezogen. Bei ausgegrabenen Schädeln helfen meist Beschädigungen weiter. Entscheidend war die Beobachtung, dass bei dem Schädel des männlichen Individuums bereits zu Lebzeiten ein Verlust zahlreicher Backenzähne stattgefunden hatte, was aufgrund der Verwachsung der Zahnleiste deutlich zu erkennen ist. Der Schädel auf dem neu entdeckten Foto, der am ehesten mit dem Schädel des männlichen Individuums zu vergleichen wäre, zeigt nun aber im Bereich der Backenzähne ein vollständiges Gebiss. Damit handelt es sich bei den Schädeln auf dem Foto nicht um jene aus dem berühmten Doppelgrab von Oberkassel. Zusätzlich belegt wird dieser Befund durch verschiedene Beschädigungen, die sich zwischen den vorhandenen Schädeln und den auf dem Foto abgebildeten nicht in Einklang bringen ließen. Damit bestätigte sich ein Verdacht, der von Dr. Martin Street aus Neuwied Monrepos und von Herrn Dr. Jürgen Thissen geäußert wurde. Die auf dem Foto sichtbaren Knochen und Schädel gehören demnach in einen ganz anderen Fundzusammenhang und sind sicherlich viel jünger, wahrscheinlich aus historischer Zeit. Im Landesmuseum werden die Bestattungen aus Oberkassel also auch in Zukunft als Doppelgrab gezeigt. Nach den neuesten Datierungen ist das berühmte Doppelgrab aus Oberkassel, das vor 90 Jahren gefunden wurde, etwa 14.000 Jahre alt und stammt damit aus der Zeit des katastrophalen Ausbruchs des Laacher Vulkans. Zu dieser Zeit war die Kälte der letzten Eiszeit bereits gebrochen, und ein lichter Wald aus Birken und Kiefern hatte sich im Rheinland ausgebreitet. Der Heimatverein erhielt diese Pressemitteilung, die ebenfalls dem Generalanzeiger Bonn und der Bonner Rundschau übermittelt wurde, am 4. Februar 2004 von Dr. Michael Schmauder, Landschaftsverband Rheinland. Die frühen Höfe Ausstellungsimpressionen:
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